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Das größte Brachymedialfernrohr der Welt

Der Beginn

Edwin Rolf, ein Ingenieur aus Rathenow, hatte einen Traum. Er wollte ein riesiges Fernrohr bauen. Er wollte den Menschen ermöglichen in die Welt der Sterne einzutauchen.

Voller Enthusiasmus begann er 1949 mit der Umsetzung. Bis zum Jahr 1953 gab er sich mit lauter Begeisterung der Erbauung des gigantischen Fernrohrs hin. Leider erkrankte Edwin Rolf kurz darauf und konnte sich nicht mehr um sein geliebtes Projekt kümmern. Nach seinem Tod wurde der Koloss deshalb für lange Zeit auf Eis gelegt.

Die Wiederauferstehung

Viele Jahre waren vergangen, bis eines Tages Schüler der Bürgelschule davon erfuhren. Sofort Feuer und Flamme hegten sie die Idee, das Fernrohr wieder auferstehen zu lassen. Doch schnell mussten sie der Realität ins Auge sehen, die Umsetzung war so gut wie unmöglich. Fast schon am Aufgeben, erfuhren sie plötzlich von einem Regensburger, der großes Interesse daran zeigte, das Fernrohr der Rathenow'schen Heimat zu entwenden.

Vom Enthusiasmus ebenso gepackt wie einst Edwin Rolf, gründeten sie eine Schülerinitiative zur Rettung des Denkmals. Selbst der Regensburger, begeistert von der Idee der Schüler, unterstützte ihr Vorhaben - ebenso wie die Bürgerinitiative des Brandenburgischen Sozialen Bildungswerkes.

Das Resultat

Das 13 Tonnen schwere Fernrohr mit einer Höhe von 13,35 Metern besitzt einen Tubus, der 10,15m lang ist. Es hat eine Öffnung von 70cm und eine Brennweite von 20,80m. Damit ist es das größte Medialfernrohr der Welt. Die Himmelsbeobachtungen werden mit einer 105-fachen Vergrößerung durchgeführt.

Für den Zusammenbau wurden über 1200 Schrauben benötigt und 120kg Farbe für den Schutz der Oberfläche. Das ganze Projekt wurde schriftlich festgehalten und zusammen mit Bildern dem Astronomie-Bereich der Schule zugeführt. Außerdem gibt es eine Betriebsanleitung mit Pflege- und Wartungsvorschriften – so ist das Fernrohr noch lange von Nutzen.

Besichtigungen

Touristen und Bürgern von Rathenow steht das Fernrohr immer Dienstag und Mittwoch Abend zur Verfügung.

Besucherzahlen

Weit über 1000 Besucher hat das gigantische Fernrohr von Rathenow schon verzeichnet.

Regelmäßig veranstaltet der Bürgerverein „Bruno H. Bürgel“ e.V. Führungen für Schulklassen und andere Interessenten.